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Ein gutes neues Jahr?

Bild: Sylvesterböller
Reste von Sylvester. Foto: Gerhard Kienzle

Wie auch in den vergangenen Jahren finde ich in der letzten Sonntagszeitung des Jahres auf der Titelseite einen Artikel der Feuerwerk in der Silvesternacht hinterfragt.

„Zwischen 120 und 130 Millionen Euro geben die Deutschen jedes Jahr für Feuerwerk aus. […] Rund 4200 Tonnen Feinstaub werden durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern innerhalb eines Jahres freigesetzt.“

Der Sonntag, 29. Dezember 2019, S.1.

Das passt gut in dieses Jahr.

Wenn ich zurückblicke, erinnere ich mich an die lebhafte Diskussion um Fridays for Future in diesem Jahr. Im Zuge dessen wurde sogar in meinem sonst so konservativen und politisch verstockten Heimatstädtchen Lörrach der Klimanotstand ausgerufen. Ein Fanal angesichts der Bedrohung durch den Klimawandel und doch treffen sich bei Hr. Plasberg fein ausgewählte Experten, die das ganze Zerreden als ginge es um ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen.

Wobei, allein das wäre ja schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Das Öko-Institut Freiburg hat errechnet, dass ein generelles Tempolimit von 120 km/h etwa 3,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen könnte. Das wären immerhin 50 kg CO2 pro Einwohner. Aber es liegt nahe, dass ein Bundesminister, der sich laut einer Bundestagsanfrage 15 Mal im Jahr mit Vertretern der Automobilindustrie trifft, aber nicht einmal mit Umweltverbänden kein Interesse an der Durchsetzung einer solchen Geschwindigkeitsbegrenzung hat.

Ebenso gering ist das Interesse der Gemeinden – geschweige denn des Bundes – privates Feuerwerk an Sylvester zu verbieten. Selbst in Basel, einer grenznahen Stadt in der ansonsten oft vorbildlichen Schweiz, wurde ein Verbot nicht umgesetzt. Man hat das städtische Feuerwerk zwar reduziert (immerhin von 21 Minuten auf 16 Minuten), ganz verzichten kann man aber nicht. Die Begeisterung der Bevölkerung sei einfach zu groß heißt es da. Na dann.

Mein Hund Benny ist von der Böllerei nicht begeistert. Ich glaube zwar nicht, dass er sich sonderlich um die Nachhaltigkeit seiner Hinterlassenschaften kümmert und auch sonst hat er nur wenig Interesse an Politik, aber wenn in seiner Nähe Böller explodieren, kann er nicht wirklich unterscheiden zwischen dem 28. Dezember und der für ihn schlimmsten Nacht des Jahres. Er nimmt dann Reisaus vor zwei Halbstarken, denen Papa 100€ in die Hand gedrückt hat und versucht auf kürzestem Wege nach Hause zu kommen. Aber was soll man schon sagen, wo doch die Begeisterung so groß ist. Das einzige was Benny in diesem Fall hilft ist, wenn ich ihm sein Hundebett in die Dusche lege und alle Rollladen verschließe. Wenn sich dann am Neujahrsmorgen der Dunst gelegt hat und er sich wieder aus seinem Bunker traut, bahnen wir uns den Weg durch die Müllberge, die noch wochenlang keiner verursacht haben will. Und solange Benny nicht in eine der vielen Scherben tritt oder ihn ein Blindgänger erwischt, kann uns das ganze ja auch egal sein.

Vielleicht wird das nächste Jahr in dieser Hinsicht ja besser. Hauptsache der Hund kackt nicht auf die Wiese die alte #Umweltsau.

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